Meinungsfreiheit hat Grenzen - Schura Bremen lehnt Religionssverhetzung ab

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

 

Die Schura Bremen verurteilt jegliche terroristische Handlung. Der Name des Islam darf nicht für derlei Taten missbraucht werden, da sie den Geboten Allahs und den Lehren des Propheten widersprechen. Der Prophet Muhammad, der Friede und Segen Allahs seien auf ihm, ist die einflussreichste Persönlichkeit der Menschheitsgeschichte, „er war der einzige Mann in der Geschichte, der sowohl auf religiösem als auch auf weltlichem Gebiet höchst erfolgreich war“. (Hart, The 100, New York 1978, S. 33) Für über eine Milliarde Menschen ist er auch heute noch von zentraler Bedeutung.

 

Allah der Erhabene sagt im Heiligen Koran: „Und Wir entsandten dich nur aus Barmherzigkeit für alle Welten.“ (Sure 21, Vers 107) Der Prophet war ein sehr tugendhafter und liebevoller Mensch. Er ging mit seinen Feinden auch in großer Bedrängnis stets fürsorglich und nachsichtig um. In der frühislamischen Zeit wurde er mit Steinen und Dreck beschmissen, erwiderte diese Respektlosigkeit jedoch stets mit einem Lächeln. Dies sind vorbildliche Lehren, die jeder Gläubige beherzigen sollte. Beleidigungen gegenüber dem Propheten treffen jeden Muslim demnach direkt ins Herz, wobei er selbst damals Demütigungen mit Würde und Geduld ertrug. (Weitere Informationen über den Propheten gibt es unter anderem in der Facebook-Aktion #WhoIsMuhammad.)

 

Nichtsdestotrotz gibt es auch Grenzen: Hierzu gehört die Abbildung von Propheten. Wir unterstützen Meinungsfreiheit, aber keine Religionssverhetzung. Karikaturen sind zwar ein journalistisches Werkzeug, um Menschen wachzurütteln und für bestimmte Themen zu sensibiliseren, aber auch eine scharfe Waffe, um Hass und Wut zu schüren. Wie auch Papst Franziskus kürzlich zum Ausdruck brachte, „darf man den Glauben anderer nicht provozieren oder beleidigen. Man darf sich über den Glauben nicht lustig machen“.

 

Die Schura Bremen schließt sich dem an und erwartet von der Öffentlichkeit einen fairen Umgang mit dem Empfinden einer Weltreligion. Die Aufgabe der Politik und Medien ist es gerade in diesen Tagen, in denen Bewegungen wie Pegida versuchen zu spalten, dieser unrechtmäßigen Behandlung entgegenzuwirken und einen Diskurs einzuschlagen, der auf Respekt und Gerechtigkeit beruht. Plakative und einseitige Schlagzeilen, wie in den aktuellen Ausgaben der großen Nachrichtenmagazine, tragen vielmehr zum Unmut innerhalb der deutschen Gesellschaft bei, als dass diese eine differenzierte Aufarbeitung der Geschehnisse bieten.

 

Pressemitteilung zu Charlie Hebdo: Schura Bremen verurteilt das Attentat aufs Schärfste

Die Schura Bremen verurteilt den Anschlag auf die Pariser Zeitungsredaktion Charlie Hebdo, bei dem zwölf Menschen ihr Leben verloren und ebenso viele verletzt wurden. Wir sind erschüttert über dieses Ereignis und nehmen Anteil an der Trauer der französischen Gesellschaft und der Hinterbliebenen.

 

Keine Religion darf missbraucht werden, um Gewalt zu rechtfertigen. Derlei Taten haben keinen Platz im Islam und verletzen unser Selbstverständnis: Die Würde des Menschen und ein friedvoller Umgang miteinander spielen eine zentrale Rolle in unserem Glauben.

 

Die Schura Bremen warnt davor, den Angriff pauschal allen Muslimen anzulasten. Terrorismus sowie die Stimmungsmache gegen den Islam gilt es, mit allen Mitteln des Rechtsstaates zu verhindern. Die Attentäter müssen gefasst werden und dürfen es nicht geschafft haben, Zwietracht und Hass zwischen den Religionen zu schüren. Stattdessen sollten wir gemeinsam mit Gutem reagieren.

 

Unsere Antwort auf die Muhammad-Karrikaturen von damals ist das Friedensprojekt „Muslime schlagen Wurzeln“, welches die Schura Bremen vor sechs Monaten ins Leben gerufen hat. Hierbei werden Baumspenden für das Land Bremen gesammelt. Gemeinsam mit der Umweltbehörde säen wir Samen für eine positive Zukunft und ein friedvolles Miteinander.

Islamisches Leben in Deutschland - Kreativwettbewerb

"Ich trage einen Traum in meinem Herzen" - Mit diesem Titel gewann Souher Nassabieh den Kreativwettbewerb "Islamisches Leben in Deutschland". Die Konrad Adenauer Stiftung hatte dieses Projekt ins Leben gerufen. Viele haben sich beworben und es sind tolle Ergebnisse zustande gekommen. Ismail Baser, Vorstandsvorsitzender der Schura Bremen, war Teil der Jury in diesem Wettbewerb. Den zweiten Platz bekamen SchülerInnen aus Bochum und Duisburg für den Rap "Lasset uns Freunde sein" und den Song "Cool & Maschallah". Am 24. November dieses Jahres wurden die Gewinner im Bremer Atlantic Grand Hotel geehrt. Hier finden sie das Gewinner-Gedicht: http://www.kas.de/wf/de/33.39717/

Pressemitteilung: Vereinsverbot ist keine Lösung von Radikalität

Die Schura Bremen bezweifelt, dass die Schließung eines einzelnen Vereins die Radikalisierung als solches löst. Das Problem wird hiermit nur verschoben.

Von den Sicherheitsbehörden hätte die Schura Bremen mehr Feingefühl erwartet: Statt die Moschee mittels eines Großeinsatzes zu stürmen, wären Gespräche mit Vereinsvertretern vorzuziehen gewesen.

Wir appellieren an die Muslime, dieser Umgangsweise nicht mit Überreaktion zu begegnen, sondern offen zu bleiben für Kritik und Gespräche. Dialogarbeit ist der Schlüssel zur Verständigung.

Um langfristig Präventivarbeit zu leisten, arbeitet die Schura mit dem Land Bremen an einem Konzept zur Antiradikalisierung der Bremer Jugendlichen. Der Islam steht für Frieden, diesem Prinzip soll von allen Seiten nachgekommen werden.

Wir wünschen allen Muslimen ein gesegnetes neues Jahr!

Möge Allah subhana wa ta 'ala uns und euch Seine Barmherzigkeit schenken. Er ist As-Salam (Der Frieden), möge Er die Menschen leiten, den Frieden in dieser Welt (wieder) herzustellen. AMIN

Was steckt hinter dem Stoff? - Starke Frauen über ihre muslimische Identität und Emanzipation

Eine Veranstaltung von Frauen für Frauen: Von der religiösen Überzeugung bis hin zur Emanzipation. Ein Filmabend mit anschließender Diskussions- & Fragerunde soll aufzeigen, was die Identität der Muslima ausmacht.

Wann? Mittwoch, 15.10.2014, 18.00 Uhr

Wo? IFB-Zentrale, Sonneberger Straße 18, 28329 Bremen