Einreise von Al-Sisi nach Deutschland

PRESSEMITTEILUNG

Die Schura Bremen fordert die Ausladung al-Sisis

Am kommenden Mittwoch wird der ägyptische Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi in Deutschland erwartet. Angesichts der gravierenden Menschenrechtsverletzungen in Ägypten, die in seiner Amtszeit zu vernehmen sind, hat Bundestagspräsident Norbert Lammert bereits im Vorfeld deutlich gemacht al-Sisi nicht empfangen zu wollen und ein geplantes Treffen für Anfang Juni abgesagt. Die Schura Bremen ist erfreut über seine Entscheidung und deutet dies als Protest gegen die derzeitige  Situation in Ägypten. Al- Sisi, der durch einen Militärputsch, den ersten demokratisch gewählten Präsidenten Ägyptens Mohammed Mursi gestürzt hat und in dessen Amtszeit unzählige Fälle von Massenverhaftungen, Verfolgung und willkürlicher Todesurteile fallen, kann nicht mit offenen Armen in einer Demokratie begrüßt werden. Die letzten Massenprozesse, die hunderte Todesurteile zufolge hatten, bilden den Höhepunkt der menschenrechtsverletzenden Politik al-Sisis und geben Anlass zur Sorge. Die Schura fordert deshalb die Bundesregierung dazu auf, die Einladung al-Sisis zurückzuziehen, ansonsten bleibe ein fader Beigeschmack der Doppelmoral zurück. Unsere Bundesrepublik Deutschland, die auf einer demokratischen Grundordnung fußt, darf unter keinen Umständen Diktaturen, staatliche Verfolgung und Willkür tolerieren und keinesfalls Vertretern solcher Länder ein Podium bieten. Wir erwarten deshalb, dass al-Sisi nicht in Deutschland empfangen wird und  erhoffen uns einen offenen Appell an al-Sisi, demokratische Bestrebungen und Oppositionen in Ägypten zuzulassen.

 

Einreise von Al-Sisi nach Deutschland

PRESSEMITTEILUNG

 

 

Die Schura Bremen fordert die Ausladung al-Sisis

 

Am kommenden Mittwoch wird der ägyptische Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi in Deutschland erwartet. Angesichts der gravierenden Menschenrechtsverletzungen in Ägypten, die in seiner Amtszeit zu vernehmen sind, hat Bundestagspräsident Norbert Lammert bereits im Vorfeld deutlich gemacht al-Sisi nicht empfangen zu wollen und ein geplantes Treffen für Anfang Juni abgesagt. Die Schura Bremen ist erfreut über seine Entscheidung und deutet dies als Protest gegen die derzeitige  Situation in Ägypten. Al- Sisi, der durch einen Militärputsch, den ersten demokratisch gewählten Präsidenten Ägyptens Mohammed Mursi gestürzt hat und in dessen Amtszeit unzählige Fälle von Massenverhaftungen, Verfolgung und willkürlicher Todesurteile fallen, kann nicht mit offenen Armen in einer Demokratie begrüßt werden. Die letzten Massenprozesse, die hunderte Todesurteile zufolge hatten, bilden den Höhepunkt der menschenrechtsverletzenden Politik al-Sisis und geben Anlass zur Sorge. Die Schura fordert deshalb die Bundesregierung dazu auf, die Einladung al-Sisis zurückzuziehen, ansonsten bleibe ein fader Beigeschmack der Doppelmoral zurück. Unsere Bundesrepublik Deutschland, die auf einer demokratischen Grundordnung fußt, darf unter keinen Umständen Diktaturen, staatliche Verfolgung und Willkür tolerieren und keinesfalls Vertretern solcher Länder ein Podium bieten. Wir erwarten deshalb, dass al-Sisi nicht in Deutschland empfangen wird und  erhoffen uns einen offenen Appell an al-Sisi, demokratische Bestrebungen und Oppositionen in Ägypten zuzulassen.

 

Botschaft des Monats - April 2015

Alle Propheten, darunter Muhammad, Noah, Abraham, Moses und Jesus, kamen mit derselben Botschaft: Ergebt euch und dient Dem Einen Gott.

„Und Gott redete alle diese Worte: Ich bin der Herr, dein Gott, der Ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben Mir.“ (Bibel, 2. Mose, 20:1-3)

„Jesus sagte: 'Ich habe ihnen nichts gesagt außer dem, was Du mir aufgetragen hast: 'Dient Allah, meinem Herrn und eurem Herrn‘.“ (Koran, Sure 5, Vers 117)

Liebe und Respekt für Jesus und alle Propheten gehören auch zu den Glaubensvorschriften im Islam. Allah der Erhabene sagt im Heiligen Koran:

„Sprecht: „Wir glauben an Allah und an das, was uns herabgesandt worden ist, und was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen (Israels) herabgesandt wurde, und was Moses und Jesus gegeben wurde, und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben worden ist. Wir machen zwischen ihnen keinen Unterschied und Ihm sind wir ergeben.“ (Koran, Sure 2, Vers 136) 

Den Koran hat Allah der Erhabene auf Muhammad herabgesandt, um alles Vorhergehende zu erklären. Er macht darin seine ursprüngliche Botschaft deutlich, die in ihren Ansätzen auch bereits in der Thora und im Evangelium vorkommt. 

„Er hat das Buch mit der Wahrheit auf dich herabgesandt als Bestätigung dessen, was vor ihm war. Und Er hat die Thora und das Evangelium herabgesandt vordem als Rechtleitung für die Menschen, und Er hat das Buch zur Unterscheidung herabgesandt […]“ (Koran, Sure 3, Vers 3/4)

Jesus, Allahs Frieden auf ihm, betont in der Bibel, dass es keine Macht gibt außer durch Gott:

„Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir Satan! Denn es steht geschrieben: „Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen." Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm und dienten ihm.“ (Bibel, Mätthaus 4,10) 

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr, auch ein Gesandter ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat. Wenn ihr dies wisst, glückselig seid ihr, wenn ihr es tut!“ (Bibel, John 13,24)

Gottergeben zu leben und seine Mitmenschen gut zu behandeln ist der Kern der Lehren aller Propheten. Daran möchte die Schura Bremen erinnern.

 „Übe Nachsicht, damit du Nachsicht erfährst.“ (Hadith vom Propheten Muhammad, überliefert bei Ibn Hanbal, Tabarani und Baihaqi)

„In allem behandelt eure Mitmenschen so, wie ihr wünscht, daß sie euch behandeln möchten. Das ist der ganze Inhalt der Lehre, die in dem Gesetz und den Propheten enthalten ist.“ (Bibel, Mätthaus 7,12)

 

Schura Bremen besucht Innensenator Mäurer - Missverständnisse wurden ausgeräumt

Pressemitteilung, 01.04.2015

Auf Wunsch der Schura Bremen hat in diesen Tagen ein Treffen mit Innensenator Mäurer stattgefunden. Anlass für den Austausch war die Terrorwarnung in Bremen Ende Februar sowie in diesem Zusammenhang die Razzia im Islamischen Kulturzentrum. In dem Gespräch wurden unter anderem die gegenseitigen Irritationen hinsichtlich öffentlicher Aussagen thematisiert, welche nach der Razzia getroffen wurden.

Ismail Başer, der Vorstandsvorsitzende der Schura Bremen, begrüßt die Aussprache: „Es konnte unter anderem geklärt werden, dass wir als Schura Bremen uns nicht mit dem Salafismus solidarisieren. Wir tragen eine große Verantwortung als Sprachrohr der Bremer Muslime und sehen die Wahrung aller Gotteshäuser und Gebetsorte als unsere Pflicht.“

Die Schura Bremen ist weiterhin an der Zusammenarbeit mit dem Innensenator interessiert und bestrebt, jeglicher Form von gewaltbereitem Extremismus vorzubeugen und der wachsenden Islamfeindlichkeit entgegenzutreten. Das gemeinsame Ziel ist das friedliche Zusammenleben. Für zukünftige Krisensituationen wünscht sich die Schura Bremen eine offene Kommunikation sowie gegenseitige Wertschätzung der zu leistenden Arbeit.

Lehrerinnen in Bremen dürfen von nun an Kopftuch tragen - Schura Bremen begrüßt schnelle Umsetzung

Pressemitteilung, 26.03.2015

Für Lehrerinnen mit Kopftuch ist von nun an der Weg frei - auch in Bremen - in den Schuldienst zu gehen. Dies teilte die Bildungssenatorin mit ihrem gestrigen Schreiben allen Bremer Schulen mit. Die Schura Bremen begrüßt die rasche Umsetzung des Bundesverfassungsgerichtsurteil in die Praxis.

Damit wird unserer vielfältigen Gesellschaftsrealität Rechnung getragen. In eine freiheitliche Gesellschaft gehört auch ein von Toleranz und Respekt getragener Umgang mit Pluralität, die sich nun auch in der Lehrerschaft reflektieren wird und von Nöten ist.

Die veränderte Praxis wird dazu beitragen, dass neben fachlichen Kompetenzen auch neue Ressourcen in den Schulalltag hineinfließen werden. Insbesondere durch die interkulturellen und interreligiösen Kompetenzen nehmen diese Lehrerinnen eine Schlüsselrolle für die Integration und die Erziehung zur Mündigkeit ein.

Wir nehmen die Mitteilung der Bildungssenatorin als einen wichtigen Schritt in eine gleichberechtigte demokratische Partizipation mit und erhoffen uns, dass dies nun auch eine Signalwirkung für das gesamtgesellschaftliche Spektrum und der freien Wirtschaft haben wird.

Die zweite Chance für eine offene Gesellschaft - Die Schura Bremen begrüßt das Urteil des BVerfG und fordert dessen sofortige Umsetzung

Ein pauschales Kopftuchverbot ist mit der Religionsfreiheit nicht vereinbar. Deutschland hat endlich Recht gesprochen. Das Bundesverfassungsgericht revidiert sein Urteil aus dem Jahr 2003 und erklärt es für rechtswidrig, Lehrerinnen pauschal zu verbieten, ein Kopftuch im Unterricht zu tragen. Die Schura Bremen begrüßt dieses Urteil sehr. 

In den meisten Bundesländern wurde das Gleichbehandlungsprinzip religiöser Symbole bislang außer Acht gelassen. Der Fokus lag stattdessen auf dem Kopftuch und somit auf der Benachteiligung der muslimischen Frau. Auch das Kopftuchverbot in Bremen, welches auf Grundlage des „alten“ Bundesverfassungsgerichturteils verabschiedet wurde, kann nun in dieser Form nicht mehr gelten.

Der neue Beschluss schränkt die Verbotsmöglichkeiten deutlich ein, was sehr erfreulich ist. Wir halten es allerdings für problematisch, dass ein Verbot dann möglich ist, wenn das Kopftuch zur konkreten Gefährdung oder Störung des Schulfriedens führt. Diesen Passus müssen die Juristen noch konkretisieren, denn bereits eine Minderheit von antiislamisch-gestimmten Eltern könnte dies als Hebel gegen muslimische Lehrerinnen nutzen.

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts wird es dennoch mehr kopftuchtragenden Lehrerinnen ermöglichen, im Schuldienst tätig zu sein. Studentinnen für Islamische Theologie und Lehramtsabsolventinnen, welche sich bislang wegen der gesellschaftlichen Situation dagegen entschieden haben, eröffnen sich nun Perspektiven und sie können die Schulen mit ihren vielfältigen Potenzialen bereichern.

Die Vielfalt unserer Gesellschaft wird somit für die Schülerinnen und Schüler sichtbar. Durch das normalisierte Bild verlieren sie Ängste und lernen, dass muslimische Frauen auch in akademischen Berufen tätig sein können. Es soll Glaubensfreiheit für alle Bekenntnisse herrschen, was die Schule in ihrer Funktion als Spiegel der Gesellschaft repräsentieren sollte.

Das Kopftuch als Symbol für Unterdrückung ist in Europa nicht zutreffend. Jeder Kopf entscheidet selbst, was das Tuch auf ihm bedeutet. Der Großteil der bedeckten Musliminnen tut dies aus freien Stücken und sieht sich als erfolgreiche Persönlichkeit. Bei dem Kopftuchverbot handelt es sich nicht nur um eine systematische Diskriminierung der muslimischen Frau in Beruf und Gesellschaft, sondern um eine Einschränkung der Frauenrechte im Allgemeinen. So bestimmt der Staat über die Bekleidung der Frau und kann ihr anhand dessen den Eintritt in bestimmte berufliche Positionen verwehren. Die Schura Bremen fordert, dass das eindimensionale Bild des Kopftuches, welches vor allem auch medial vermittelt wurde, korrigiert wird.

Wir begrüßen das Urteil des Bundesverfassungsgerichts als Symbol für Freiheit und Annäherung an eine gleichberechtigte multikulturelle Gesellschaft und fordern die Bildungssenatorin auf, den Beschluss unverzüglich in die Rechtspraxis umzusetzen und das Verbot vollständig aufzuheben.